Deutsche-Riesen und Kleintierzucht

Zuchtwahl - Bei der Auswahl der Zuchttiere ist ein strenger Maßstab anzulegen an Gesundheit, Rassenmerkmale, Körperform sowie die eigene Leistung oder die der Wurfgeschwister oder Vorfahren.Da sich der züchterische Fortschritt mit zunehmender Zahl der zu berücksichtigenden Merkmale verlangsamt, müssen entsprechend dem im Vordergrud stehenden Zuchtziel Zugeständnisse bei weniger wichtigen Merkmalen oder Eigenschaften gemacht werden.Daraus ergiebt sich die Notwendigkeit von Kompromoissen: Man muss jeweils das Exterieur- oder Leistungsmerkmal am stärksten berücksichtigen, welches am wichtigsten erscheint und die anderen Merkmale vernachlässigen. Wer daher Erfolg auf Ausstellungen anstrebt, hat es schwer, auch hohe wirtschaftliche Leistungen in der Woll- und Fleischerzeugung zu erzielen und umgekehrt.

Dies ist um so mehr der Fall, als davon auszugehen ist, dass aufgrund der Beurteilung äußerer Merkmale keine Rückschlüsse auf die erbliche Veranlagung hinsichtlich Fruchbarkeit, Futterverwertung oder Tageszunahmen abzuleiten sind. Die in der Rassekaninchenzucht als züchterische Zielsetzung im Vordergrund stehende Annäherung an das Ideal des Rassestandarts befindet sich mitunder sogar im Gegensatz zu wirtschatlich wichtigen Leistungseigenschaften wie z.B. großer Kopf und schweres Fell = Schlachausbeute; kurzer blockiger Körperbau = geringer Anteil an wwertvollen Teilstücken, insbesondere Rücken.

Fortpflanzung

Eine hohe Vermehrungsrate schafft sowohl wesentliche Voraussetzungen für die Wirtschaftlichkeit der Fleischerzeugung als auch den züchterischen Vortschritt.Je mehr Jungtiere für die Auswahl der Zuchttiere verfügbar sind, desto größer ist die Chance, überdurchschnittlich veranlagte Zuchttiere zu finden.

Hinsichtlich des Alters beim ersten Zuchteinsatzist zu unterscheiden zwischen der Geschlechts- und der Zuchtreife.Die Geschlechtsreife (etwa ab dem 4. Lebensmonat) kennzeichnet den beginn der Fortpflanzungsfähigkeit. Die Zuchtreife schließt demgegenüber die von der Nährstoffversorgung abhängige körperliche Entwicklung mit ein. Sie ist die Voraussetzung für die Überwindung der mit dem Zuchteinsatz verbundenen Belastungen und die Erzeugung vitaler Jungtiere. Im Allgemeinen kann davon ausgegangen werden, daß diese Voraussetzungen erfüllt sind, wenn etwa 70 % des für die Rasse typischen Normalgewichts erreicht sind. Das entspricht bei überwiegender Verabreichung von Grün- und Rauhfutter bei kleinen und mittelgroßen Rassen von 5-6 Monaten und bei großen Rassen etwa 7-8 Monaten. Die Geschlechts- und Zuchtreife liegen um so enger zusammen, je besser die Ernährung während der Jungtierentwicklung ist. Aus Rassen- oder Linienkreuzungen(Hybriden) stammende Tiere sind frühreifer als reinrassige.D. h. sie können bei Verabreichung eines pelletierten Alleinfutters bereits ab einem Alter von 4Monaten für die Zucht eingesetzt werden.

Deer Rammler

Da ein Rammler beim natürlichen Deckakt für 15-20 Häsinnen ausreicht und bei künstlicher Besamung mehr als die 10fache Zahl, können für die Auswahl der männlichen Zuchttier besonders strenge Maßstäbe angelegt werden.

Die Deckfähigkeit allein bietet noch keine Gewähr für die Zuchttauglichkeit. Es kommt bei Kaninchenrammlern relativ häufig vor, dass sie zwar einwandfrei decken können, jedoch infolge mangelhafter Spermaqualität nicht befruchten, Der Züchter, der Wert auf eine gute Spermaqualität legt, sollte vor dem ersten Deckeinsatz das Sperma mittels eines Mikroskops (300-500fach Vergrößerung, körperwarmer Objektträger) begutachten.Jungrammler sollten bei erstmaligem Zuchteinsatz zunächst nicht häufiger als zweimal wöchentlich zum Decken eingestzt werden.Nach ca, 1-2 Monaten kann der Rammler dann regelmäßig bis zu viermal wöchentlich decken. Bei noch stärkerer Belastung sollte anschließend eine längere Ruhepause von etwa einer Woche eingelegt werden.

Ebenso wie Überbelastung sind zu lange Ruhepausen (mehrere Monate) der Deck- und Befruchtungseistung des Rammlers abträglich. Das erst Ejakulat nach einer längeren Deckpause weisst im allgemeinen eine schlechtere Spermqualität und eine geringere Spermadichte auf. Unter der Voraussetzung optimaler Haltungs- und Fütterungsbedingungen können Rammler drei Jahr und länger eingesetzt werden.

Die Häsin

Zuchthäsinnen sollten aus Jungtieren ausgesucht werden, deren Mütter in wiederholten Würfen überdurchschnittliche Fruchtbarkeits- und Aufzuchtleistungen (Säugeleistung und Nestpflege) unter Beweis gestellt haben. Die Zitzenzahl sollte möglichst nicht unter 8 liegen. Die Häsin kann in dr Regel nicht mehr Junge aufziehen, als sie Zitzen hat. Die Zahl dr Zitzen veriiert innerhalb der verschiedenen Rassen zwischen 6 und 12. Es ist sinnvoll und möglich, die Häsinnen einer Eigenleisungsprüfung auf Mast- oder Wolleistung zu unterziehen. Zuchttiere mit überdurchschnittlichen Leistungen bieteen die größte Chance, Nachkommen mit überdurchschnittlicher Leistungsveranlageung zu erzeugen. Da die Umweltbedingungen (Haltung, Fütterung) nicht so zu standartisieren sind, daß sie völlig gleich sind, dient als Vergleichsmaßstab für die Beurteilung der Leistungsveranlagung die Durchschnittsleistung der jeweils zur gleichen Zeit geprüften Stallgefährten. Jedoch sollten die für die Zucht bestimmten Tiere spätestens ab einem Alter von 12 Wochen auf eine begrenzte Fütterung umgestellt werden, um einer frühzeitigen, die spätere Fruchbarkeit beeinträchigenden Verfettung vorzubeugen.

Auf keinen Fall dürfen die Häsinnen zu spät zur Zucht eingesetzt werden, da mit fortschreitendem Alter durch die Verfettung und andere Einflüße die Fruchtbarkeit beeinträchtigt wird. Solange die Häsin problemlos trächtig wird und mindestens 6 Jungtiere pro Wurf aufzieht, ist sie für die Jungtierproduktion geeignet. Das häng bei optimaler Ernährung weniger von der bisherigen Wurfzahl als vom Alter ab.Die bislang beste Häsin im Neu-Ulrichsteiner Bestand hat  in 24monatigem Zuchteinsatz (Alter 28,5 Monate) insgesamt 21 Würfe mit 215 geborenen Jungtieren gebracht. Von 160 belassenen Jungtieren (nach Ausgleich der Wurfstärke und Entfernung der Totgeborenen) wurden 146 Jungtiere abgesetzt. Je Häsin und Jahr kann bei guten Produktionsbedingungen (künstliche Besamung und gut veranlagtes Tiermaterial) eine durchschnittliche jährliche Aufzuchtleistung von etwa 50-60 Jungtieren veranschlagt werden. Dies setzt ein Deckintervall von 33-35 Tagen (2-4 Tage nach dem Werfen) und eine durchschnittliche Konzeptionsrate (Befruchtung) von 70-80 % voraus. Optimale Haltungs- und Fütterungsbedingungen vorausgesetzt, können Häsinnen bis zu 4 Jahre zuchtfähig sein. Bei intensivem Zuchteinsatz (11malige Besamung, 7-8 Würfe pro Jahr) ist die Aufzuchtleistung im ersten Jahr am höchsten und liegt im 2ten Zuchtjahr um etwa 15 % niedriger.

Während der Rassekaninchenzüchter seine Zuchtplanung an den Ausstellungsterminen orientiert und sich mit 2 bis 3 Würfen pro Jahr begnügt, muss der Mastkaninchenzüchter bestrebt sein, möglichst das ganze Jahr hindurch gleichmaßig Jungtiere zu bekommen.

Es ist durchaus möglich,bei einer Säugezeit von 25-28 Tagen und einem Wiederbelegen der Häsin 1-2 Tage nach dem Werfen bis zu 10 Würfe pro Häsin und Jahr aufzuziehen. Diese schnelle Wurffolge entspricht übrigens den Verhältnissen beim Wildkaninchen. Sie ist dort auf die Jahreszeit mit ausreichender Ernährung beschränkt.

Im Gegensatz zu anderen Haustieren unterliegt die Fprtpflanzungsbereitschaft des Kaninchens keinen Brunstzyklen. Nahezu unabhängig von dem Abstand zur vorausgegangenen Trächtigkeit kann das Kaninchen erfolgreich verpaart werden. In den Herbst- und Wintermonaten nimmt die Paarungsbereitschaft ab. Wird jedoch während dieser Zeit mit künstlicher Beleuchtung eine Tageslänge von etwa 12-18 stunden geschaffen, kann dieser Jahreszeiteinfluss verringert werdeen.

Bei der künstlichen Besamung treten Jahreszeitliche Unterschiede in der Konzeptionsrate nicht auf. Die Häsin kann bereits 1-2 Tage nach dem Werfen wieder gedeckt oder besamt werden. Die Dauer der Zwischenwurfzeit muss der Nährstoffversorgung angepaßt werden, um eine gute Entwicklung der Jungtiere zu gewährleisten, d. h. Wiederbelegung 1-2 Tage oder 10 Tage nach dem Werfen, wenn ein pelletiertes Mischfutter zur beliebigen Aufnahme zur Verfügung steht, oder nach dem absetzen der Jungtiere, wenn kombiniert gefüttert wird. Bei ausschließlicher Verabreichung von Grobfutter sollte die Wiederbedeckung erst 1-2 Wochen nach dem Absetzen erfolgen.

Die duldung des Deckaktes seitens der Häsin ist unmittelbar nach dem Werfen stärker ausgeprägt als zu einem anderen Termin. Die blau-violette Verfärbung der Schamlippen gibt keinen sicheren Hinweis auf die Duldung und die Erfolgschancen des Deckaktes.

Etwa 2-3 Wochen vor dr geplanten erstmaloigen verpaarung von Häsinnen sollte diese in Einzelboxen gesetzt werden. Bei Gruppenhaltung von geschlechtsreifen Häsinnen kann es durch gegenseitiges Bespringen zur Ovulation und daraus resultierend zur Scheinträchtigkeit kommen. Diese wiederum hat zur Folge, daß die Häsin während dieser Scheinträchtigkeitsperiode nicht mit Erfolg belegt werden kann, sondern erst nach dem Beginn des scheinbaren Nestbaues, d. h. etwa 17-18 Tagen.

Paarung, künstliche Besamung

Zur Paarung sollte immer die Häsin zum Rammler gebracht werden und nicht umgekehrt. Zum einen wird die Häsin den typischen Geruch derf Rammlerbucht zur Duldung des Deckaktes stimuliert, zum anderen ist der Rammler in seiner gewohnten Umgebung sexuell aktiver. Infolge des Paarungsspieles und des anschließendenDeckaktes wird bei der Häsin die Ovulation ausgelöst, so dass kurze Zeit nach der Paarung befruchtungsfähige Eizellen als Vorausetzung für eine erfolgreiche Befruchtung im Eileiter bzw. in der Gebärmutter vorhanden sind.

Lässt sich eine Häsin nicht auf Anhieb decken, sollte man sie für 4-6 Stunden in eine Bucht unmittelbar neben dem Rammler einstallen, jedoch so, dass sie Sicht- und Geruchskontakt mit dem Rammler hat. Bei besonders aggresiven Häsinnen ist gelegentlich Hilfestellung während des Deckvorgangs nötig.Um besonders junge Rammler vor Beißereien seitens der Häsin und daraus resultiernedem Nachlassen der Sprungfeudigkeit zu schützen, sollte der Züchter solche Häsinnen während des Deckaktes am Kopf festhalten. Trotz dieser Behinderung dulden diese Häainnen den Deckakt. Die Wiederholung des Deckaktes mit einem anderen Rammler verbessert die Trächtigkeitsquote und erhöht die Wurfstärke.

Die künstliche Besamung als Alternative zum natürlichen Deckakt ist in erster Linie für die größeren bestände wirtschaftlich orientierter Kaninchenhalter von Bedeutung. Neben einer gewissen Investition an apparativer Mindestausstattung (Mikroskop, Wärmeschrank, Warmwasserbad usw.) sind zur Aneignung der Besamungstechnik einige anatomische Kenntnisse erforderlich. Die Spermagewinnung erfolgt mittels eines Phantoms (Über den Unterarm gestreiftes Fell) und der künstlichen Scheide.

Vor der Besamung muss die Frisetzung der Eier aus dem Eierstock (Ovulation) durch die Injektion eines Hormons ("Receptal", Hoechst) ausgelöst werden. Beim natürlichen Deckakt erfolgt dies durch die Berührungsreize beim Decken.

Auch eine Langzeitkonservierung und -lagerung ist bei -196°C möglich. Mit dieser erst in jüngerer Zeit entwickelten Konservierungstechnik kann man befruchtungsfähiges Sperma besonders wertvoller Rammler über Jahr hinaus aufbewahren.

Bezüglich der Eignung des Spermas für die Gefrierkonservierung gibt es jedoch erhebliche, erblich bedingte Unterschiede zwischen den Rammlern. Bei gut geeignetem Sperma ist mit einer 10-20 %schlechteren Befruchtung als bei Verwendung von Frischsperma zu rechnen.Beim Vergleich der Trächitgkeitsquoten zwischen dem natürlichen Deckakt und der Besamung ist zu berücksichtigen, dass sich die Zahlen beim natürlichen Deckakt nur auf die Häsinnen beziehen,  die den Deckakt dulden. Demgegenüber werden bei der Besamung alle Häsinnen des Bestandes erfasst.

Trächtigkeit und Trächtigkeitskontrolle

Im Mittel beträgt die Trächitigkeitsdauer beim Hauskaninchen 31 Tage. Es kommt beim Kaninchen sehr häufig vor, dass in einem sehr frühen Trächtigkeitsdatum bereits befruchtete Eizellen wiedeer absterben und vom Körper resorbiert werden. Einen sehr großen Einfluss auf diese frühembryonale sterblichkeit hat die Fütterung und Haltung der Häsin während der Trächtigkeit. Neben einer ausreichenden Nähr- und Wirkstoffversorgung sollte der züchter jegliche Unruhe im Stall und unnötiges herausnehmen der Häsin aus ihrer Box vermeiden. Häsinnen, bei denen bei der ovulation keine Befruchtung erfolgte oder alle Embryonen abgestorben sind, verhalten sich etwa 17 Tage nach dem Decken wie vor dem (Zusammentragen von Nestmaterial usw.) Sie können in diesem Fall sofort wieder gedeckt werden.

Die Trächtigkeit läßt sich frühestens 10-14 Tage nach dem Decken durch betasten der Bauchregion feststellen. Nach einiger Erfahrung kann man durch leichten Druck mit den Fingerspitzen im hinteeren Drittel gegen die Bauchdecke die Föten fühlen.Stellt man auf diese Weise fest, daß die Häsin nicht tragend ist, kann sie erneut gedeckt werden.

Werfen und Wurfkontrolle

Das Wildkaninchen ist von Ntur aus ein Höhlenbewohner und setzt seine Jungen in einer 30-40 cm tiefen Erdhöhle ab. Auch unser Hauskaninchen ist in seinem Wurfverhalten noch von diesem Instinkt geprägt.Deshalb sucht die Häsin im Käfig immer die dunkelste Ecke für ihren Wurf aus.Bei Einstreuloser Haltung (Draht-, Lattenrost o. a.) ist es deshalb unbedingt erforderlich, daß ein möglichst geschlossener Wurfkasten bereits einige Tage vor dem Werfen der Häsin zugänglich ist.

Kommt eine ganze Tiergruppe gleichzeitig zum Werfen, so können in den ersten Tagen nach dem Werfen die Würfe ausgeglichen werden, d. h. von Würfen mit mehr als 8 Jungtieren werden die überzähligen Jungtiere den Häsinnen mit kleineren Würfen zugesetzt. Die Mutter-Kind-Beziehung ist beim Kaninchen wenig ausgeprägt.Die größe der Würfe sollte, entsprechend der durchschnittlichen Zitzenzahl, auf maximal 8-9 Tiere begrenzt werden, um damit die Voraussetzung für eine gleichmäßige Entwicklung der Jungtiere innerhalb eines Wurfes zu schaffen. Stark zurückgebliebene und unterentwickelte Jungtiere sollte man jedoch sofort nach der ersten Wurfkontrolle entfernen und töten. Ab dem 2. Lebenstag der Jungtiere - bis zu diesen Zeitpunk ist zu beobachten, Daß die Häsin immer noch einmal Rupft und damit das Nest ergänzt - kann man der Häsin den Zugang zum Nistkasten versperren und nur einmal täglich die Häsin zum säugen zulassen.Insbesondere in größeren Tierbeständen wird damit verhindert, daß durch ungewohnte Vorgänge oder Geräusche verursachte Unruhe der Häsin in den Nistkasten und damit auf die Jungen springt oder die Jungtiere aus dem Wurfkasten kriechen und unterkühlen, was zum Verlust führt. Eine getrennte Haltung von Jungtieren und Häsinnen in nebeneinander liegenden Käfigen ist bei kombinierter Fütterung, d. h. begrenzte Kraftfuttergabe, grundsätzlich zu empfehlen. Mit dem Beginn der Aufnahme von festem Futter durch die Jungtiere im alter von 3 Wochen erreicht gleichzeitig die Milchleistung der Häsin ihren Höhepunkt. Sie sinkt anschließend, unabhängig von ihrer Höhe schnell ab. Der daraus resultierende Nährstoffbedarf der Häsin steht im Gegensatz zum steigenden Bedarf der Jungtiere, welchen diese angesichts der begrenzten Kapazität deer Verdauungsorgane M besten über das Kraftfutter decken können. Die getrennte Haltung von Häsin und Jungtieren vermag bei kombinierter Fütterung (d. h. begrenzter Kraftfuttergabe) die Konkurrenz um das Kraftfutterangebot auszuschalten.

Dies geschieht in der Weise, daß die bis zum Beginn der Futteraufnahme durch die Jungtiere allein der Häsin verabreichte Kraftfuttermenge den Jungtieren verabreicht wird und die Häsin nur den von den Jungtieren nicht gefressenen Rest am nächsten Tage erhält. Außerdem erhält die Häsin Grobfutter zur beliebigen Aufnahme. Die Gewichte der Jungtiere im Alter von 5 Wochen liegen bei dieser Handhabung um etwa 15-20 % höher als bei gemeinsamer Haltung. Abgesehen davon verringert die getrennte Haltung von Häsin und Jungtieren während der Säugezeit auch den Infektionsdruck von Krankheitserregern, die von der Häsin auf die Jungtiere übertragen werden (z. B. Coccidiose,Schnupfen). Das täglich einmalige Säugen ist völlig ausreichend und Artgerecht. Auch bei ständiger Zugangsmöglichkeit zum Nest säugt die Häsin in der Regel täglich nur einmal und entspricht somit dem Verhalten des Wildkaninchens. Aus hygienischen Gründen müssen die Nester täglich kontrolliert werden, um verendete Tiere so schnell wie möglich zu finden und aus dem Nest zu entfernen.Bei Bedarf wird dabei Nesteinstreu ergänzt bzw., sofern sie durchnässt ist erneuert.

Säugen und Absetzen

Innerhalb der nur 2-3 Minuten dauernden Säugezeit nehmen die Jungen eine Milchmenge auf, die bis zu 50 g /  Tier odeer 30 % des Eigengewichts der Jungtiere betragen kann. Die Form des Nestes und die Art der Nesteinstreu im Wurfkasten müssen gewährleisten, daß in dieser kurzen Zeit sämtliche Jungtiere die Chance erhalten, eine Zitze zu finden (muldenförmiger Nestboden, ausreichende Größe des Wurfkastens).

Die blind geborenen Jungtiere sind in den ersten Lebenswochen auf die Muttermilch als alleiniges Nahrungsmittel angewiesen. Erst 9-10 Tage nach der Geburt öffnen sie die Augen und nach 14 Tagen beginnen sie das Nest zu verlassen und Futter aufzunehmen.Die tägliche Milchleistung der Häsin erreicht bei beliebiger Aufnahme eines pelletierten Mischfutters zwischen dem 19. und 23. Tag nach dem Werfen mit 250-300 gramm bei mittelschweren Rassen ihren Höhepunkt und nimmt nach dem 28. Tag schnell ab. Ab dem 21. Lebenstag baträgt der Anteil der Muttermilch an den von Jungtieren aufgenommenen Nährstoffen noch etwa 90%.Trotzdem können die Jungtiere, wie beim Wildkaninchen, bereits ab dem 25. Lebenstag ohne Beeinträchtigung der Gewichtsentwicklung abgesetzt werden.

Eine Verlängerung der Säugezeit über 5 Wochen hinaus bringt für die Jungtiere keinerlei Vorteile mehr. Im Vergleich zur 3. Woche nach dem Werfen beträgt beträgt die Milchleistung in der 4. ca 75%, um in der 5. auf 60 % und in der 6. auf 40 % abzusinken.In der 8. Woche sind allenfalls noch 10 % der Milchleistung im Vergleich zur 3. Woche zu erwarten.

Häufig hat zu diesem Zeitpunkt die Milchbildung ganz aufgehört. Der Anteil der aus der Milch stammenden Nährstoffe ist im Verhältnis zur Futteraufnahme der Jungtierer unbedeutend.

Voraussetzung für eine zügige Weiterentwicklung sind die an das Absetzen anschließende Verfügbarkeit von optimal zusammengesetzten Futter sowie gut entwickelte Jungtiere. Als  Mindestgewicht sind bei mittelschweren Rassen 400 g pro Jungtier zum Zeitpunkt des Absetzens anzustreben.

Die Erzeugte Milchmenge ist neben der erblichen Leisungsveranlagung vor allem auch von der fütterung abhängig. Mit Küvhenabfällen und Grünfutter wird im Vergleich zur beliebigen Aufnahme eines Alleinfuttersfür Zuchttiere trotz Gewichtsverlustes der Häsin nur etwa 60 % der Milchmenge erzeugt. Bei unzureichender ERnährung der Häsin während der Säugezeit ist auch der Abfall der Säugeleistung bei den folgenden Würfen infolge erschöpfter Körperreserven größer. Das an die Häsin verabreichte Futter muss daher um so Nährstoffreicher sein, je kürzer die Zwishcenwurfzeit ist.

Abgesehen davon, daß eine Verlängerung der Säugezeit über die 5. Lebenswoche hinaus keinerlei Vorteile mehr bringt, ist darüber hinaus auch vor allem für die Mastkaninchenproduktion ein frühes Absetzen aus folgenden Gründen zu empfehlen:

1. Verkürzung der Zwischenwurfzeit durch mögliche Wederbelegung 1-2 Tage nach dem Werfen.Dadurch können bis zu 12 Würfen pro Jahr und Häsin erzielt werden.

2. Ausgeglichenere Entwicklung der Jungtiere, da im Gegensatz zum Säugen die Futteraufnahme weniger von der Stärke des Jungtieres abhängig ist und bei Verabreichung eines pllettiertem Fertigfutters auch mehr Nährstoffe aufgenommen werden als beim gleichzeitigen Säugen.

3. Verringerung des Risikos der Übertragung von Infektionskrankheiten von der Hsin auf die Jungtiere, wenn letztere von der Häsin getrennt gehalten werden.

4. Einführung arbeitsteiliger Produktionsverfahren, d. h. Trennung von Jungtiererzeugung (Häsinnenhaltung) und -mast.

5. Häsinnen und Jungtiere stellen unterschiedliche Ansprüche Käfigausstattung, Stallklima und Fütterung.

6. Die Häsin wird durch di milchproduktion stärker strapaziert als durch die Trächtigkeit. Der Nährstoffgehalt der Föten eines Wurfes entspricht dem der Milchleistung von nur 2-3 Tagen.

7. Es ist wirtschaftlicher, das Futter direkt den Jungtieren zu verabreichen, wenn sie in der Lage sind, dasselbe zu verdauen, als es zunächst in Milch umzuwandeln. Bei letzterem entstehen sog. Veredlungsverluste in Höhe von mehr als 20 %.

Sobald die Jungitere mit der Aufnahme des Futter beginnen, reicht die Milch nicht mehr aus, um ihren Wasserbedarf zu decken. Bei automatischen Tränken ist es deshalb wichtig, daß diese so angebracht werden, daß sie auch von den Jungtieren erreicht werden.Bei zugekauften Tieren, welche vorher aus dem Napf getränkt wurden, ist bei automatischen Tränken solange täglich Wasser vorzusetzen, bis sichergestellt ist, daß sie auch die Selbsttränken bedienen können.

Die Trennung von der Häsin bedeutet für die Jungtiere, abgesehen von der Umstellung der Ernährung, auch den Fortfall der mütterlichen Fürsorge. Das Absetzen ist daher zu jedem Zeitpunkt mit einer Verlangsamung der Entwicklung der Jungtiere verbunden, die etwa eine Woche dauert.

Aus hygienishcen Gründen ist es besser, die Jungtiere nach dem Absetzen in einen gereinigten und desinfizierten Stall (Bucht) zu bringen. In der Mastkaninchenproduktion sollten sich in dem Maststall grundsätzlich keine Tiere einer anderen Altersgruppe befinden.

Die Verabreichung eines Vitaminstoßes über das Trinkwasser an die Jungtiere vermindert die mit dem Absetzen verbundenen Belastungen.

Probleme mit Verdauungsstörungen durch verschmutztes und verdorbenes Futter werden reduziert, wenn von Grob- und pelletiertem Konzentratfutter den Jungtieren nach dem Absetzen nur so viel angeboten wird, wie sie an einem Tag aufnehmen können("auf den leeren Trog füttern). Sofern in der Jungkaninchenmast erkrankungen des Verdauungsapparates durch entsprechende Maßnahmen (s. Krankheiten und Krankheitsprophylaxe) vorgebeugt wird, kann das pelletierte Fertigfutter auch zur beliebigen Aufnahme verabreicht werden.

Bei verwndung von automatischen Tränken oder Tränkflaschen müssen die Jungtiere bereits vor dem Absetzen an das betreffende Tränksystem gewöhnt werden. Futtermangel wird besser als Wassermangel vertragen.

Schwankungsbreite der Trächtigkeitsdauer

 Tage 29   30  31  32  33  34  35
 Wüfre %  0,3 4,4  45,9  39,6  8,3  1,5 0,1 
 Jungtiere/Wurf  10,9  10,7  9,7  8,4  6,5  3,2  1,0

 

 

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